Kungsleden 2007

Hier ein kleiner Reisebericht unserer Kungsledenwanderung im August 2007 von Abisko nach Nikkaluokta. Bilder dazu gibts hier.

12.08.2007 Hahn -> Stockholm

Wir flogen von Hahn mit Ryanair nach Stockholm Skavsta. Schon kurz nach der Gepäckaufgabe hatten wir unseren ersten Adrenalinstoß: Kerstin wurde ausgerufen zu Gepäcknachkontrolle und wir mussten unseren Rucksack nochmal auspacken weil sichergestellt werden musste, dass kein Spiritus im Kocher ist… Danach gings aber los und wir flogen nach Skavsta.Dort angekommen gings mit dem Flybussarna nach Stockholm Hauptbahnhof. Von dort liefen wir nach einigem rumirren im Stockholmer Bahnhof zu unserer Unterkunft, dem Roten Boot. Gut, dass wir die Koordinaten des Bootes im GPS hatten…

13.08.2007 Stockholm

An diesem Tag besichtigten wir Stockholm, dabei noch ein paar Geocaches gefunden…

14.08.2007 Stockholm –> Kiruna –> Kungsleden

Wetter: sonnig, geschätzte 15 °C

Tageskilometer: ca. 5 km

Um 7 Uhr aufgestanden und dann mit dem Flybussarna zum Flughafen Stockholm Arlanda gefahren. Um 11:50 Uhr dann der Abflug in Richtung Kiruna wo wir um 13:15 Uhr landeten. Vom Flughafen fuhr dann um 14:15 Uhr ein Bus direkt in Richtung Narvik, damit auch zur Abisko Fjällstation. Mittlerweile merkt man, dass viele zum Wandern hier sind. Viele Rucksäcke und Outdoorklamotten überall. Die Busfahrt war angenehm und man kommt durch eine schöne Landschaft mit Seen und Wäldern. Um kurz nach 16 Uhr kamen wir in Abisko an der Fjällstation an und wir standen direkt im Ziel des diesjährigen Fjällraven Classic. Alles voller Zelte, Menschen, und dauernd kamen welche die den Classic gerade geschafft hatten. Wir wogen dann unsere Rucksäcke nochmal nachdem wir noch Spiritus und ein paar Nahrungsmittel gekauft hatten:Kerstin: 20 kgIch: 18.5 kgEigentlich wollten wir nur 15 kg tragen… So waren wir beide schon etwas überrascht. Aber was solls, wir wollen wandern, also wo ist dieses berühmte Holzportal wo der Kungsleden offiziell beginnt…Ein paar hundert Meter von der Station standen wir also davor und machten noch das obligatorische Foto von uns. Den dort versteckten Cache fanden wir auch noch…Das Wetter war gut und so liefen wir ab ca. 17 Uhr endlich auf dem Kungsleden los. Sonnenschein und Wärme begleitete uns, sodass wir mit T-Shirts laufen konnten. Der Weg ging durch Birkenwald immer an einem Fluß entlang. Da dort noch Nationalpark ist und man dort nicht wild campen darf wollten wir noch bis zur ersten offiziellen Zeltstelle wandern die wir dann ca. um 19 Uhr erreichten. Zelt aufgebaut und was gegessen. Später am abend fing es dann an zu regnen. Kilometer bis hierher: 5.08 km. Koordinaten des Zeltplatzes ca. N68° 19.629 E 18° 45.247

15.08.2007 Zeltplatz Abisko Nationalpark –> Abiskojaure

Wetter: sonnig, warm

Aufgestanden um ca. 7:15 Uhr und nach Frühstück unser nasses Zelt eingepackt und um 9:30 Uhr losgelaufen. Der Weg zog sich immer noch am Fluss entlang und war relativ steinig und ging immer mal auf und ab. Später liefen wir am See Abiskojaure entlang bis wir dann kurz nach 13 Uhr an der Hütte waren. Die Hütte sieht man schon vom Ufer aus, man muss allerdings noch ein wenig um den See herumlaufen um die Hütte über eine Brücke zu erreichen. Während des ganzen Tages kamen uns noch bestimmt über 100 Wanderer entgegen. Teilnehmer des Classics…An der Abiskojaure-Hütte trafen wir auch mehrere Deutsche die dort übernachten wollten. Den dort versteckten Cache fanden wir auch noch. Übernachtung wieder im Zelt.

16.08.2007 Abiskojaure –> Alesjaure

Wetter: Regen, Regen, Regen, 14 °C

Tageskilomter: 14km + Bootsfahrt

Nach dem Aufstehen und frühstücken wurden wir erstmal von einem Mann angesprochen ob wir Geocacher seien. Er hätte gestern abend auch den Cache an der Hütte gefunden und unseren Namen dort gelesen und gedacht, dass er ihn kenne. Kein Wunder wenn man auch aus der Umgebung KL kommt. Zufälle gibts…Naja, kurz nachdem wir unser Zelt zusammen hatten und los liefen fing es auch schon zu regnen an. Zwei weitere Wanderer sind dann nach einer Stunde wieder zur Hütte umgekehrt. Wir zogen unsere Regenhosen an und liefen weiter. Immer weiter den Berg hoch, denn heute geht es endlich richtig ins Fjäll, über die Baumgrenze. Leider waren meine Regenhosen undicht und so war ich nach 6 Stunden wandern im Regen doch untenrum gut durchnässt. Die letzten Kilometer nahmen wird dann den Bootstransfer (150 SEK/Person) zur Alesjaurehütte an der wir dann um ca. 13:30 Uhr erreichten. Wir wollten dann in einem Zimmer übernachten und nach dem Anmelden beim Stugvard bezogen wir dieses und trockneten unsere Kleider erstmal im Trockenraum.Abends dann gefuttert wie doof und gleich gemerkt, dass so ein Outdoor-Futter-Beutel nicht für 2 reicht…Abends noch die Haare gewaschen.

17.08.2007 Alesjaure –> Tjäkta

Wetter: bewölkt mit Regenschauer, ca. 14 °C

Tagekilometer: 15,4 km

Als wir um kurz vor 10 Uhr losliefen regnete es leicht. Ein paar Kilometer später fing es aber wieder auf. Daher zogen wir unsere Regenhosen wieder aus da man doch ganz Gletschergut in den Dingern schwitzt. Wir wanderten durch ein weites Tal mit weiten Aussichten und tollen Bergen an den Flanken. Schneegipfel, Wasserfälle und auch unsere ersten Rentiere sahen wir. Die kurzen Regenschauer nervten uns, denn Regenhosen an, Regenhosen wieder aus..Von weitem sahen wir dann schon die Tjäkta-Hütte links oben am Pass stehen. Das Stück dorthin war aber dann nochmal ganz schön anstrengend und aufregend. Durch die Regenfälle der letzten Tage sind die Bäche angeschwollen und die Watstellen die schön durch Steinhaufen markiert sind, waren unpassierbar da die dicken Stein zum drüberlaufen ca. 20 cm unter Wasser standen. So brauchten wir eine ganze Zeit bis wir eine Stelle fanden an der wir halbwegs trockenen Fußes rüberkamen. An der Stelle staute sich auch regelrecht der Wanderverkehr und wir halfen noch zwei Schwedinnen mit unseren Wanderstöcken rüber (sehr praktisch beim Waten). Es kam aber kurz danach noch ein Back und das Spiel mit der Suche nach einer Watstellte begann von vorne. Danach ging es die letzten Kilometer den Tjäkta-Pass hoch und man muss dann noch komplett an der Tjäkta-Hütte vorbeiwandern da diese auf der anderen Seite eines Baches liegt, die Brücke aber erst weiter oben gebaut ist. Zudem war der Weg zum Schluss echt nur noch matsch und eher Bächlein als Weg… Nach dem Bezug unseres Zimmers aßen wir erstmal und später war noch Körperpflege angesagt: Nackt in eiskaltes springen *brrr* aber sehr erfrischend. Übrigens lag direkt auf der Höhe der Hütte ein riesiges Schneebrett am Hang. Übernachtet hatten wir wieder in der Hütte.

Aussicht AlesjaureRentier

18.08.2007 Tjäkta –> Sälka

Wetter: Bewölkt, kalt (morgens an der Tjäkta-Hütte ca. 3°C)

Tageskilometer: 14 km

Aussicht vom Tjäkta Pass

Heute stand eine der landschaftlich imposantesten Abschnitte auf dem Programm. Der Aufstieg auf den Tjäkta-Pass (Höhe: 1150m) ging genauso weiter wie er Tags zuvor aufhörte: immer den Berg hoch, dazu noch über Geröllfelder damit man auch schön langsam vorankommt.Mittlerweile läuft man immer mit den gleichen Leuten die Tagesetappen und trifft sich abends wieder auf den Hütten. Tagsüber verlieren sich die einzelnen Grüppchen aber, sodass man schon relativ einsam wandern kann. Der Classic war ja auch vorbei und so kamen uns gerade mal noch ca. 5 Leute pro Tag entgegen.

Als wir den letzten steilen Anstieg auf den Pass endlich hinter uns hatten und uns erstmal in die Schutzhütte und etwas gegessen. Kurz nach der Schutzhütte hat man wohl den besten Ausblick auf dem ganzen Kungsleden. Man kommt von einem steinigen, kargen Tal und blickt dann nach vorne in ein weites Tal mit Flüsschen und grüner Vegeation. Nach den obligatorischen Fotos ging es dann an den Abstieg in das Tal. Die weiteren Kilometer ging es dann immer im Tal entlang auf matschigen, steinigen Wegen bis man zur Sälka-Hütte kommt die man aber erst kurz vor der Ankunft sieht da sie von einer Kuppe verdeckt wird. Unterwegs sahen wir noch Rentiere die auch um die Hütte grasten. Übernachtet haben wir wieder in der Hütte.

19.08.2007 Sälka –> Singi

Wetter: sonnig, kalt

Tageskilomter: 12 km

Endlich nach den bewölkten, teilweise veregneten Tagen war die Sonne wieder unser Wanderfreund. Wir starteten bei strahlendem Sonnenschein in die nächste Tagesetappe in Richtung Singi-Hütte. Weiter ging der Weg durch das weite Tal über unzählige Brückchen, Stege, an Wasserfällen vorbei und mit blick auf schneebedeckte Berge. Mittags machten wir an einer Rasthütte Pause um was zu essen. Dort trafen wir auch wieder ein paar Mitwanderer die mit uns schon die anderen Tage die gleichen Etappen laufen. Um ca. 14:15 Uhr erreichten wir dann die Singi-Hütte in der wir wieder in einem 6-Bett-Zimmer übernachteten. Die Hütte war voll da noch eine Schulklasse abends kam. Abends regnete es dann wieder.

Weite des Fjälls

20.08.2007 Singi –> Kebnekaise Base Camp

Wetter: bewölkt, windig, ab und zu regen

Tageskilometer: 16,3 km

Heute wurde ein großer Teil unseres Proviantes leer: die 750g Haferflocken und die 500g Kaffeeweißer. Außerdem das Studentenfutter und die Rosinen. Wir sind dann um 9 Uhr losgelaufen und mussten erstmal wieder ein paar Kilometer den Berg hoch den wir gestern Abend runter sind. Man biegt hier dann vom eigentlichen Kungsleden ab und wandert über ein Seitental in Richtung Kebnekaise Base Camp. Nach ein paar Kilometer trifft man wieder auf den Weg den man ohne Umweg über die Singi-Hütte hätte nehmen können. Im Tal war es dann relativ windig und wir machten eine Pause hinter einem großen Findling um windgeschützt essen zu können. Später am Tag wurde es dann doch noch sonnig und wir kamen ca. 4 km vor dem Base Camp aus dem schmalen Tal in eine weite Ebene mit phänomenaler Aussicht. Zum Base Camp mussten wir dann noch einmal ein paar Höhenmeter zurücklegen bis wir es erreichten. Aber angekommen merkten wir schon, dass wir wieder in der Zivilisation sind: Strom, fließendes Wasser, Restaurant, Duschen, E-Herd… Nach ein paar Tagen ohne Strom und fließendes Wasser merkt man schon dass man eigentlich nicht mehr braucht als einen Bach und halt eben wenn es dunkel ist in den Schlafsack geht…Abends haben wir uns erstmal das komplette Menü gegönnt und es uns gutgehen lassen.Unser 4-Bett-Zimmer teilten wir mit einem Deutschen der allerdings nachts so laut schnarchte, dass wir uns in die Küche legten um zu schlafen. Praktisch liegen überall Matratzen rum die man benutzen kann.

21.08.2007 Kebnekaise –> Nikkaluokta

Wetter: sonnig, ca. 13 °C

Tageskilometer: ca. 15 km (mit Bootsfahrt ca. 19 km)Als wir morgens zum Frühstück gingen merkten wir, dass es nachts gefroren hatte. Teilweise war der Reif noch zu sehen. Um kurz vor 10 Uhr sind wir dann zur letzten Etappe aufgebrochen. Man merkte schon, dass es wieder langsam unter die Baumgrenze ging da wieder kleine Birken überall wuchsen. Die Strecke führt dann durch Wald und über viele schöne Bergbäche. Ein Teilstück der Etappe kann wieder mit dem Boot abgekürzt werden was wir auch taten. Am Ziel der Bootsfahrt gabs dann noch lecker Rentierburger im Lap-Danalds. Naja, Touri-Abzocke halt. War aber lecker. Von dort musste man dann noch die letzten 5,6km bis Nikkaluokta hinter sich bringen. Mittlerweile kamen uns auf der Etappe auch etliche Wanderer entgegen. Wohl alles Tagesausflügler zum Kebnekaise…Um 16:15 Uhr war es dann geschafft. Wir haben die 116 km von Abisko bis Nikkaluokta hinter uns gebracht. Erschöpft und zufrieden warteten wir dann auf den Bus um nach Kiruna zurückgefahren zu werden.